Suzanne Krebs

Susi+Moritz

Susi Krebs und Moritz Päffgen in einer Kneipe in Tilburg (Holland), Ende April 2002.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 15.September 2002 verstarb die in Köln lebende amerikanische Komponistin und Malerin Suzanne Krebs nach kurzer schwerer Krankheit.

Die am 22.11.1941 in Washington D.C. als Suzanne Eigen geborene Künstlerin studierte unter anderem bei Ralph Shapey in Chicago und Henri Pousseur in Buffalo, wo Sie ihre Studien mit einem Ph.D. abschloss.

Krebs war 1972 anläßlich der von Stockhausen unterrichteten Kölner Kurse für Neue Musik in die Stadt am Rhein gekommen. Hier wirkte sie über Jahre als Komponistin, Lehrerin und Organistatorin von Konzerten und musikalischen Ereignissen sowie zuletzt als Malerin.

Ihre Stücke, hauptsächlich kammermusikalische und solistische Besetzungen wie die “Metamorphosen eines französischen Chansons” für Klavier (1980) oder das “Gespräch im Gebirg” nach einem Gedicht von Paul Celan für Querflöte solo (1985) bezogen durchaus auch Experimentelles mit ein: Beispielsweise die Komposition “Concerto grosso in der Pfalzgrafenstrasse” für C-Blockflöte, Horn, 2 Violinen und 2 Violoncelli, Querflöte, Trompete und 3 Pianisten, das sie 1987 im Haus der vielköpfigen musikalischen Familie Richard in Brauweiler bei Köln realisiert hat. Der WDR widmete ihrem Werk u.a. eine Sendung der Werkstatt Neue Musik, die – wohl nicht zuletzt wegen ihrer frischen und herrlich respektlosen Art – mehrfach ausgestrahlt wurde.

Ihre Lehrveranstaltungen (z.B. an der Kölner Volkshochschule) erfreuten sich großer Beliebtheit, da ihr lebhafter und unkonventioneller Ansatz zur Musikanalyse auch einem Laienpublikum den Zugang zu schwierigeren Stücken der Musikgeschichte ermöglichten. Überhaupt waren Klarheit und Verständlichkeit die herausragenden Züge, die alle ihre künstlerischen Äußerungen verbanden.

Anfang der 90er Jahre wandte sie sich der Bildenden Kunst zu und begann ihre Karriere als Malerin. Als Multitalent, das neben der Musik und Malerei mit Leidenschaft Tagebuch und Tausende von Briefen schrieb, repräsentierte sie einen Typus von Künstlerin, der immer seltener wird. Für das Buch ihres Lebensgefährten Moritz Päffgen “Die Verführung der Melanie K.” gestaltete sie den Umschlag.

Susi Krebs verdiente Ihren Lebensunterhalt als Sekretärin im Institut für Theoretische Physik der Kölner Universität, wo ich ihr – sie arbeitete für meinen Vater – 1972 zum ersten Mal begegnet bin, bevor sie 1977 meine erste Kompositionslehrerin wurde. Sie blieb über viele Jahre meine Mentorin, bei der ich Rat nicht nur in kompositorischen Fragen gesucht habe. Eine gemeinsame Komposition, SFB125, entstand 1987.